Stadthaus

FDP unterstützt Bau des „Stadthauses“

Egal ob man ein Befürworter von Rekonstruktionen ist oder nicht. Der Abriss des Technischen Rathauses und die Neugestaltung des Dom Römer Areals ist eines der für die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt bedeutendsten Bauvorhaben der letzten Jahrzehnte. Es ist zugleich auch die Bestrebung, die im zweiten Weltkrieg zerstörte Frankfurter Altstadt mit 8 Rekonstruktionen und Neubauten, die den jeweiligen historischen Originalen nachempfunden sind, wieder aufleben zu lassen und der Stadt damit zugleich einen identitätsstiftenden Mittelpunkt zu geben. Eines der wichtigsten geplanten Gebäude in diesen Zusammenhang ist das multifunktionale sogenannte Stadthaus. Es soll über dem archäologischen Garten errichtet werden, um diesen schützend zu überbauen und ihn endlich in einem seiner Bedeutung angemessenen didaktischen Rahmen zu präsentieren. Gegenwärtig verfügt der archäologische Garten trotz seiner Bedeutung nicht über die angemessene Aufenthaltsqualität, die an diesem historisch wichtigen Ort notwendig wäre. Zugleich sollen in den oberen Etagen des Stadthauses dringend benötigte Räumlichkeiten entstehen, die vom Magistrat künftig für Veranstaltungen oder Empfänge genutzt werden. Städtebaulich stellt das Stadthaus die Verbindung her zwischen dem massiven Gebäude der Schirn einerseits und der kleinteiligen Häuserzeile Am Markt andererseits.

Die FDP-Römerfraktion hat sich klar positioniert

Wir halten grundsätzlich die Überbauung des archäologischen Gartens für unverzichtbar, denn die Konsequenz wäre eine städtebaulich inakzeptable Lücke zwischen der Schirn und der Gebäudezeile am Markt. Es böte sich der Blick auf eine leere Brandwand, die sicher in Kürze „Graffitikünstlern“ zum Opfer fallen würde. Das gesamte Altstadtprojekt würde als unvollendetes Stückwerk erscheinen, was nachträglich kaum zu korrigieren wäre.

Bei einer Nichtbebauung des archäologischen Gartens, wie ihn eine kleine Bürgerinitiative gegenwärtig fordert, wären nachhaltige, negative Auswirkungen auf das Image der Stadt in der Folge nicht auszuschließen. Abgesehen davon hat es bis zur Zerstörung der Altstadt im zweiten Weltkrieg einen freien Blick, wie jetzt gefordert, auf den Dom zu keiner Zeit gegeben. Dieser ahistorische freie Blick würde geradezu den eigentlichen Sinn der Neubebauung des Dom-Römer-Areals konterkarieren: das Zentrum der untergegangenen historischen Altstadt zumindest in Ansätzen wieder entstehen zu lassen. Daher haben wir als Fraktion in Anträgen zum Haushalt die Realisierung des Siegerentwurfs des Büros Meurer gefordert, ist dieser doch mit seiner Kubatur am besten geeignet, zwischen Schirn und Haus am Dom architektonisch zu vermitteln. Erfreulicherweise konnten wir uns mit dieser Forderung durchsetzten, die Umsetzung wurde im Juni vom Stadtparlament beschlossen.

Als Gegenfinanzierung haben wir vorgeschlagen, eines oder mehrere der für eine Rekonstruktion vorgesehenen städtischen Gebäude nach deren Fertigstellung zu veräußern, denn es gibt kaum einen schlüssigen Grund, weshalb sie nach ihrer Fertigstellung weiterhin im Besitz der Stadt verbleiben müssen. Dadurch würde nicht nur der notwendige Cashflow, sondern auch Erbpachteinnahmen generiert. Außerdem würden zukünftige Instandhaltungskosten entfallen.