Thema:

Baukosten Kitas

Die FDP-Römerfraktion hat vier Anträge gestellt, in denen sie fordert, bei den geplanten Kita-Neubauten in Fechenheim, Eckenheim, Praunheim und am Frankfurter Berg, die ohnehin schon sehr üppig bemessenen pädagogischen Flächen angesichts der dramatischen Haushaltssituation nicht noch weiter auszudehnen. Stefan von Wangenheim, bildungspolitischer Sprecher der Liberalen, erläutert: „Die Kosten der einzelnen Neubauten sind mit 5 bis 6,3 Millionen Euro extrem hoch. Der Magistrat hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, bauliche Standards und Raumprogramme auf Einsparpotentiale hin überprüfen zu wollen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des riesigen städtischen Defizits ist es nicht akzeptabel, dass mit den jetzigen Planungen zum wiederholten Male das bereits großzügige Standardraumprogramm um zusätzliche pädagogische Flächen in den Fluren erweitert werden soll. Wenn der Magistrat die Anerkennung der Flurbereiche als Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsflächen für unabdingbar hält, sollten die anderen Raumflächen dafür entsprechend verkleinert werden. Dies muss auch für künftige Planungen gelten.“

Darüber hinaus fordern die Liberalen den Magistrat auf, detailliert zu verschiedenen weiteren Kritikpunkten – etwa hinsichtlich der sehr hohen Qualitätsstandards – Stellung zu nehmen. Von Wangenheim erklärt: „Der Magistrat verteidigt die hohen Standards mit dem Hinweis, dass nicht nur die reinen Investitionskosten, sondern auch die Folgekosten berücksichtigt werden müssten. Die Kritiker behaupten allerdings, dass durch die unwirtschaftliche Planung sowohl Investitions- als auch Folgekosten deutlich höher seien. Um diesen Sachverhalt aufzuklären, muss der Magistrat nachvollziehbar darlegen, inwiefern es tatsächlich im Sinne einer Optimierung der Gesamtkosten notwendig ist, durchgängig höchste Qualitätsstandards zu verwenden.“ Die entsprechenden Ergebnisse müssten auch bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden. Bis jetzt habe der Magistrat leider alle Anregungen ignoriert. Stattdessen lege er bis heute beharrlich eine unwirtschaftliche Planung nach der anderen vor. „Es ist klar, dass man nicht von heute auf morgen umsteuern kann, aber das Thema Kita-Kosten steht jetzt schon seit über einem halbem Jahr auf der Agenda, ohne dass sich an den Planungen etwas geändert hat. So langsam muss der Magistrat konkrete Ergebnisse vorlegen, wie er die hohen Kosten reduzieren will – idealerweise bevor alle Kitas gebaut sind“, so von Wangenheim ironisch.