Lehrermangel

Herr Stadtv. Stefan von Wangenheim

Wichtige Lehrerstellen an Gymnasien und Grundschulen werden in den kommenden Schuljah-ren gestrichen und entsprechend nach Bedarf für die Umsetzung von Inklusion und der Nach-mittagsbetreuung in den Schulen umverteilt. Einige Schulen haben bereits angekündigt, dass kleine Leistungskurse wie Chemie und Physik wegfallen werden und die Klassengrößen deutlich höher werden.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Welche konkreten Auswirkungen haben die Kürzungen bei der Lehrerzuweisung in Frankfurts Grundschulen und Gymnasien, und mit welchen Maßnahmen will der Magistrat die Bildungs-vielfalt an Frankfurts Schulen erhalten?

Antwort:

Auf die Bildungsvielfalt der Frankfurter Schulen hat die Kürzung der Lehrerzuweisung keinen Einfluss, diese bleibt erhalten.

Die Kürzung im Grundschulbereich hat auf Frankfurter Grundschulen keine Auswirkungen. Zum Hintergrund: Bislang gab es hier zusätzlich zur Grundunterrichtsversorgung unabhängig von der Klassengröße bei der Stunden- und damit Lehrerzuweisung einen pauschalen Zuschlag von 1,5 Wochenstunden pro Klasse. Dieser Zuschlag wird jetzt nach der Klassengröße gestaffelt.
Bei Klassen mit mehr als 17 und bis 21 Schülerinnen und Schüler reduziert sich der Zuschlag auf 1 Wochenstunde und bei maximal 17 Schülerinnen und Schüler auf 0,5 Wochenstunden pro Klasse. Die Neuregelung sieht jedoch vor, dass sich für Grundschulklassen mit mehr als 21 Schülerinnen und Schülern nichts ändern wird.

Der Magistrat geht daher davon aus, dass aus diesem Grund keine oder fast keine Frankfurter Grundschulen betroffen ist, da die Klassengröße in der Regel bei über 21 Schülerinnen und Schüler liegt.
Im Gegenteil ist es sogar so, dass diese Neuregelung der Zuweisung, der ja der Gedanke zu-grunde liegt, dass das Unterrichten in einer großen Klasse aufwändiger ist als in einer kleinen, vom Magistrat geteilt wird. Denn bislang wurde über die Verteilung der ländliche Raum mit klei-neren Grundschulklassen bevorzugt. Nun spiegelt sich der höhere Aufwand in größeren Klassen auch in der Verteilung der Lehrkräfte wider.

Im Bereich der Oberstufe stellt sich das Problem jedoch anders da. Hier errechnet sich die Stunden- und damit die Lehrerzuweisung nach den Schülerzahlen, dies trifft auch Frankfurt.
Es ist hier jedoch nicht zwangsläufig so, dass die Jugendlichen weniger Unterrichtsstunden er-halten. Denn Aufgrund dieser Zuweisung nach den Schülerzahlen entscheiden die Oberstufen, wie viele Grund- und Leistungskurse mit welchen Gruppengrößen sie anbieten. In der Regel geht es hier um die Kursgröße. In der Konsequenz erhöht sich die durchschnittliche Schülerzahl pro Oberstufenkurs in der Einführungsphase von 19,6 auf 21,2 und in der Qualifikationsphase von 18,9 auf 19,9 in Grundkursen sowie 16,8 auf 17,8 in Leistungskursen.

Das Staatliche Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main kommt zu der Einschätzung, dass die Umlenkung von Stellenressourcen zu einer Steigerung von Kursgrößen bzw. Kursfrequenzen in der gymnasialen Oberstufe führt und sich in einem vertretbaren Rahmen bewegt.

Der Magistrat sieht diese Kürzung kritisch, insbesondere weil hier genau dieselbe Gruppe von Schülerinnen und Schülern betroffen ist, die schon durch die Verkürzung auf G8 weniger Unter-richt enthält. Aufgrund der Größe unserer Gymnasien ist jedoch davon auszugehen, dass hier-durch keinerlei gravierende Einschnitte, beispielsweise bei der Wahlmöglichkeit bestimmter Leistungskurse entstehen.

Sarah Sorge