Spielsucht – Prävention und Hilfen

Die Stadt Frankfurt plant für Mitte des Jahres 2018 die Einführung einer sogenannten Wettaufwandssteuer. Frankfurt erhebt bereits eine Steuer auf Spielapparate, auf das Spielen um Geld oder Sachwerte und auf Vergnügen besonderer Art als örtliche Aufwandssteuer. Mit der Wettaufwandssteuer soll das Ziel der Spielsuchtbekämpfung weiter verfolgt werden. Die evangelische Suchtberatung in Frankfurt, die durch das Land Hessen gefördert wird, verfügt über eine Schwerpunktberatungsstelle für Glücksspielsucht. Sie ist nicht nur eine Anlaufstelle für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche, die immer mehr dem Glücksspiel verfallen und Hilfsangebote benötigen. Aus dem Magistratsbericht B5/18 geht hervor, dass laut der aktuellen MoSyD-Studie in Frankfurt 9 Prozent (Höhepunkt 2010 mit 13 Prozent) der befragten Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren mindestens einmal pro Woche um Geld spielen. Am häufigsten werden Online- und Sportwetten gespielt (5 Prozent). Des Weiteren heißt es, dass Informations- und Projekteinheiten für Jugendliche und junge Erwachsene an Schulen und in Einrichtungen der Jugendlichen durchgeführt wurden. 2016 seien 32 Präventionsangebote an Berufsschulen und in  Einrichtungen der Jungenberufshilfe durchgeführt worden. Das Beratungsangebot des Fachdienstes „Frühintervention Glücksspiel“ soll im Jahr 2016 von 99 Personen genutzt worden sein – wovon 75 Personen selbst betroffene Jugendliche und junge Erwachsene waren und 24 Personen Angehörige.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

  1. An welchen Frankfurter Schulen und Jugendeinrichtungen wurden in den letzten zwei Jahren Präventionsmaßnahmen zu dem Thema Glücksspiel angeboten? Wie wurden die Angebote von den Jugendlichen angenommen?
  2. Wie viele Schulungen für Lehrkräfte und Fachkräfte der Jugendarbeit wurden in den letzten zwei Jahren vom Fachdienst angeboten? Wie wurden diese von den einzelnen Personengruppen wahrgenommen?
  3. Wie werden die Workshops zur Glücksspielprävention für Schulen oder Jugendgruppen, die die Fachstelle anbietet, angenommen?
  4. Welche weiteren Maßnahmen sind im Bereich der Spielsuchtprävention für Jugendliche und junge Erwachsende in den kommenden Jahren geplant? Welche davon kurzfristige und welche langfristige?
  5. Wie wird insgesamt das Hilfsangebot für spielsüchtige Menschen in Frankfurt angenommen? Welche weiteren Maßnahmen sind in dem Bereich geplant?
  6. In wieweit findet das Thema „online Spielsucht“ eine Berücksichtigung in der Spielsuchtprävention und den Hilfsangeboten?
  7. Ist seit der Einführung der Spielapparatesteuer ein Rückgang an Spielautomaten im Frankfurter Stadtgebiet zu erkennen? Falls ja, wie haben sich die Zahl entwickelt?
  8. Sind im Rahmen der geplanten Wettaufwandssteuer Erhebungen vorgesehen, die die Wirkung der Einführung auf die Spielsucht zum Gegenstand haben? Wenn nein, aus welchem Grund wird es keine geben?
  9. Welche weiteren Angebote zur Spielsuchtbekämpfung wird die Stadt mit den Einnahmen der Steuer starten?
  10. Aus welchen Gründen wurden diese Angebote (Bezug auf die Antwort auf Frage 9) nicht schon vor Einführung der geplanten Wettaufwandssteuer angeboten?
  11. Wie begründet der Magistrat die geringe Anzahl an Personen (99 Personen 2016), die ein Beratungsangebot des Fachdienstes angenommen haben? Werden die Angebote nicht hinreichend angenommen oder arbeiten die Beratungsstellen an ihrem Kapazitätsmaximum? Wenn ja, reichen die aktuellen Angebote nicht aus? Wenn nein, mit welchen Maßnahmen werden die Angebote bedarfsorientiert ausgebaut, damit mehr Betroffene erreicht werden können?