Verzicht auf Passivhausstandard bei Schulen und Turnhallen

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird aufgefordert zu prüfen und zu berichten, inwieweit bei zukünftigen städtischen Bauvorhaben, insbesondere von Schulen und Turnhallen, durch den Verzicht auf aufwendige Baumaßnahmen, wie beispielsweise der Passivhausbauweise, die Baukosten gesenkt werden könnten.

Begründung:

Im Fall des Baus von Kitas ist der Magistrat bereits von seinem bisherigen starren Festhalten am Passivhausstandard abgerückt. Um auch generell die Baukosten für Schulgebäude und Turnhallen zu senken, sollte der Magistrat im Rahmen des Aktionsplans Schulbau und der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans auch für diesen Bereich zu prüfen und berichten, inwieweit die Kosten durch den Verzicht auf den Passivhausstandard gesenkt werden können.

Einen Schritt in diese richtige Richtung wird der Magistrat beim Bau der neuen Grundschule in Berkersheim tun. Diese neue Grundschule wird nach Angaben des Reformdezernenten, die er anlässlich des ersten Spatenstiches geäußert hat, abweichend von der bisher starr eingehaltenen Praxis erst einmal wieder ohne Passivhausstandard gebaut. Das Gebäude soll mit mehreren kleineren Klimageräten ausgestattet werden. Zudem erhält jeder Klassenraum eine eigene „CO2-Ampel“ in Form eines Messgerätes, das anzeigt, wann der Klassenraum „klassisch“,  d. h. durch Öffnen der Fenster gelüftet werden sollte.  Dieses pragmatische, praxisorientierte Vorgehen scheint insbesondere bei Schulgebäuden im Sinne der Schülerinnen und Schüler sehr zweckmäßig zu sein.

Darüber hinaus wird der Planungsdezernent in einer großen Frankfurter Tageszeitung (FAZ, 11.11.2016) sinngemäß mit den Worten zitiert, Politik müsse darauf achten, dass Vorschriften keinen ideologischen Charakter bekämen und nennt als Beispiel dafür den Passivhaus-Standard. Mit den hohen Standards der geltenden Energieeinsparverordnung könne man nach seinen Worten unter Umständen günstiger, unkomplizierter und schneller bauen. Daher müsse über den Mehrwert des Passivhausstandards diskutiert werden.