Denkmalschutz

Presseberichten, FAZ, 08.02.18, zufolge behindert der Denkmalschutz die Bemühungen der ABG Frankfurt Holding, Büro- in Wohnraum umzuwandeln. So darf in Niederrad ein geschütztes Bürogebäude nicht abgerissen und durch ein neues Wohngebäude ersetzt werden. Weiter auf diesem Grundstück geplante Wohngebäude müssen hinsichtlich Farbgebung und Architektursprache sich dem unter Schutz stehenden Gebäude anpassen.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Wie viele neue Wohnungen können durch den Erhalt des Bürogebäudes nicht gebaut werden, und inwieweit verteuern sich die geplanten verbleibenden Wohnungen aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes?

 

Antwort des Magistrats: Stadtrat Mike Josef:

Herr Stadtverordnetenvorsteher,

Frau Stadtverordnete Tafel-Stein!

Keine. Durch den Erhalt des Bürogebäudes gehen keine Wohnungen verloren. Die Frage bezieht sich auf das Vorhaben der ABG Frankfurt Holding in direkter Nachbarschaft zum Kulturdenkmal Herriotstraße 5. Die geplante Wohnbebauung berührt allerdings ausschließlich Flächen außerhalb des Grundstücks Herriotstraße 5. Dieses befindet sich nicht im Besitz des ABG Frankfurt Holding. Der Eigentümer möchte das Gebäude weder abbrechen noch umnutzen. Das bedeutet, die Büronutzung bleibt dort erhalten. Die geplante Wohnbebauung der ABG Frankfurt Holding ist hingegen bereits genehmigt. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Neubauten, die dort entstehen. Aus diesen Gründen gehen keine Wohnungen durch den Erhalt des Bürogebäudes verloren.

Noch einmal kurz zum Denkmalschutz. Damit ist auch die Frage verbunden, was es kostet beziehungsweise welche Mehrkosten entstehen. Das in Rede stehende Bürogebäude in der Herriotstraße 5 wurde vom Hessischen Denkmalamt, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, unter Denkmalschutz gestellt. Insofern muss sich die Stadt Frankfurt am Main auch daran halten. Die denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen waren gemäß § 18 Absatz 2 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes notwendig und erfolgten unter dem Aspekt der gebotenen Abwägung, wie immer, wenn es um den Erhalt oder einen Abriss geht. Es ist immer eine Abwägung, die dann zu einer Entscheidung führt. Eine Behinderung in der geschilderten Form ist nicht bekannt. Die Belange des Denkmalschutzes beschränken sich in Bezug auf die Baumaßnahmen der ABG Frankfurt Holding auf gestalterische Aspekte. Das hatten Sie erwähnt, und das ist richtig. Dies betrifft die Fassaden und die Freiflächen. Das heißt, besonders die geplante Durchwegung und die Lage der Parkplätze sind hier tangiert. Diese Festlegung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen hat zu Mehrkosten von ungefähr 170.000 Euro geführt.

 

Stadtverordnete Elke Tafel-Stein, FDP: (Zusatzfrage)

Danke für diese sehr präzise Antwort. Es stellt sich aber die Frage, ob es ein Einzelfall ist. Aber meine eigentliche Zusatzfrage ist: Seit wann ist bekannt, dass dieses Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird? Wann hat die Landesbehörde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt?

Stadtrat Mike Josef: (fortfahrend)

Wir finden uns immer in der Aufnahme, dass quasi Gebäude gemeldet werden und dann die Entscheidung fällt, ob diese Gebäude unter Denkmalschutz fallen oder nicht.

Ich möchte ganz offen sagen, wir haben teilweise ein Problem damit, das ist in der Abstimmung so, dass teilweise auch Flächen, die schon genehmigt sind, beispielsweise für eine Umwidmung, auf einmal unter Denkmalschutz gestellt werden. In diesen Fällen versuchen wir auch im Nachhinein durch Gespräche eine Klärung herbeizuführen. Seit wann genau es in diesem Fall bekannt ist, kann ich Ihnen jetzt nicht sagen, da müsste ich noch einmal nachfragen, bevor ich hier eine falsche Aussage tätige. Aber ich reiche Ihnen das gerne nach.

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Elke Tafel-Stein