Frankfurt braucht eine Infrastrukturoffensive

Die Entwicklungen der Fahrgastzahlen im Frankfurter Nahverkehr zeigen, dass diese in den letzten Jahren stark angestiegen sind und auch weiterhin kontinuierlich steigen werden. Dies hat zur Folge, dass Busse und Bahnen im Frankfurter Stadtgebiet immer voller werden und der Ausbau Nahverkehrs dringend erforderlich ist. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in vielen Stadtteilen weitere Nachverdichtungen geplant sind und auch neue Stadtteile zur Diskussion stehen. Es muss dringend etwas passieren, Frankfurt steht ansonsten bereits in nur wenigen Jahren ein Verkehrsinfarkt bevor“, kommentiert Sebastian Papke, FDP-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 7, die aktuelle Lage.

Jüngst veröffentlichte Zahlen zeigen, dass z.B. der Abschnitt östlich der Galluswarte einer der am stärksten belasteten Strecken in ganz Frankfurt sei. Seit 2010 seien dort die Fahrgastzahlen um 58 Prozent auf mittlerweile mehr als 40 000 pro Tag gestiegen. Bei der Buslinie 34, die vom Gallus über Rödelheim und Ginnheim nach Bornheim fährt, sind seit 2011 die Fahrgastzahlen östlich der U-Bahn-Station Hausener Weg um 16 Prozent auf heute rund 5700 täglich gestiegen. „Frankfurt steht vor großen Herausforderungen und sollte schnellstmöglich die Ärmel hochrempeln, an Lösungen arbeiten und diese auch zeitnah umsetzen. Viel zu lange warten z.B. die Bewohnerinnen und Bewohner im neu entstandenen Europaviertel auf den Ausbau der U5, die aufgrund der Bebauungspläne an den Römerhöfen um zwei weitere Haltestellen bis zum Rebstock erweitert werden soll. Auch im Nordwesten dieser Stadt wird seit langem die geplante Verlängerung der U6 bis zum P&R Taunusblick oder die viel diskutierte Regionaltangente West bis zum NordWestZentrum herbeigesehnt. Die Lückenschließung der U4 bis nach Ginnheim zeigt exemplarisch für den Westen, wie lange ein Umsetzungsprozess in Frankfurt dauern kann. Eine wachsende Stadt kann sich eine derart langsame Umsetzung im Nahverkehr nicht mehr leisten. Wir können nicht neue Wohngebiete erschließen oder Nachverdichten, wenn wir nicht über eine hinreichende Infrastruktur verfügen“, so Papke und erklärt weiter: „Wenn der Magistrat dieser Stadt bereits für 2020 keine Lösungen hat, sollte er wenigsten jetzt damit beginnen, an Lösungen für 2025/2030 zu arbeiten. Es obliegt nun dem Verkehrsdezernenten Herrn Oesterling den ÖPNV-Ausbau voranzubringen, damit der Magistrat nicht 2025 wieder feststellen muss, dass wesentliche Lösungen und Innovationen für die Zukunft dieser Stadt fehlen“.