Frankfurter Zukunftswald: Von der Wiege zum Baum

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Der Magistrat wird aufgefordert, das Willkommenspaket für Eltern Neugeborener um einen Gutschein zur Pflanzung eines Baums zu erweitern. Diesen Gutschein sollen Eltern beim Grünflächenamt der Stadt Frankfurt gegen einen geeigneten (widerstandsfähigen, dem Klimawandel angepassten) Baumsetzling ihrer Wahl eintauschen können. Die Liste der Baumarten ist durch das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt zu veröffentlichen. Die Eltern sollen entscheiden, ob sie den Setzling – falls vorhanden – im eigenen Garten pflanzen möchten oder ob er vom Grünflächenamt auf einer öffentlichen Fläche im Stadtgebiet gepflanzt werden soll. Bei Pflanzung auf einer öffentlichen Fläche sollen Eltern eine Nachricht erhalten, wo der Baum eingesetzt wurde und besucht werden kann. Es ist ein Verzeichnis der Standorte anzulegen.

2. Die Gutscheine sollen rückwirkend auch jenen Eltern ausgehändigt werden, die ab dem 1. Januar 2020 in Frankfurt ein Kind zur Welt gebracht haben.

3. Bei zuletzt rund 13.000 Neugeborenen pro Jahr in Frankfurt ist eine dynamische Entwicklung des Baumbestands zu erwarten, selbst wenn nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Gutscheine eingelöst werden sollte. Der Magistrat wird deshalb aufgefordert, vor Beginn der Umsetzung eine geeignete, ausreichend große und skalierbare Fläche auszuweisen, auf der die Bäume gepflanzt werden können. Diese Fläche soll für die Naherholung offenstehen und kann langfristig mit Geh- und Radwegen ausgestattet werden.

4. Nach erfolgreichem Beginn der Umsetzung sollen auch Bürger und Familien, deren Kinder vor dem 1. Januar 2020 geboren wurden, für jedes Mitglied ihres Haushalts einen Gutschein zur Pflanzung eines Baums für einen angemessen Betrag erwerben können. So wird jeder Bürger Frankfurts in die Lage versetzt, seinen Beitrag zum Klimaschutz und Entstehen eines Naherholungsgebiets zu leisten.

Begründung:

Der Klimawandel und die mit ihm verbundenen Rekordtemperaturen, etwa im Hitzesommer 2018,

unterstreichen die langfristige Bedeutung von Bäumen nicht nur als Schattenspender in Stadtlagen, sondern auch als CO2-Filter. Die Initiative des Grünflächenamts, den in Mitleidenschaft gezogenen Stadtwald 2019 im Rahmen einer Pflanzaktion mit 5.000 Bäumen aufzuforsten und diese Aktion 2020 zu wiederholen, ist vor diesem Hintergrund zu begrüßen. Mit Blick auf die globalen Herausforderungen des Klimawandels ist es darüber hinaus geboten, regelmäßig Möglichkeiten zu schaffen, Bürger aktiv in Klimaschutzmaßnahmen, wie z.B. Aufforstungen einzubeziehen. Über einen Gutschein im Willkommenspaket für Neugeborene kann eine nachhaltige und notwendige Aufforstung im Rahmen einer sympathischen, bürgernahen Maßnahme erfolgen. Alle Nationalitäten und Bevölkerungsschichten können sich beteiligen, die Verbundenheit der Frankfurterinnen und Frankfurter zu ihrem Wald wird gestärkt: Kinder können „ihren Baum“ wachsen sehen, Familien die entstehende Fläche als Freizeitangebot nutzen. Die Maßnahme zahlt auf das Image Frankfurts als moderne Großstadt ein und entfaltet mehr Strahlkraft als eine routinemäßige behördliche Aufforstung. Für Bäume, die im Rahmen der ohnehin geplanten Aufforstung gepflanzt werden, entstehen keine Mehrkosten. Werden zusätzliche Bäume gepflanzt, wird der positive Effekt verstärkt und eine Investition in die Zukunft getätigt.