Gymnasiums Nord

Die beiden zunächst provisorisch errichteten Bauabschnitte des Gymnasiums Nord werden zusammen knapp 62 Millionen Euro kosten. Auch das Gymnasium Nied sowie die Holzhausenschule werden für viel Geld vorerst nur provisorisch errichtet, bevor sie später ihren Neubau am endgültigen Standort erhalten. In der Konsequenz ergeben sich somit für das Provisorium und das spätere endgültige Gebäude als Gesamtkosten für eine einzige neue Schule 130 plus X Millionen Euro. Ein gewaltig hoher Betrag, insbesondere vor dem Hintergrund, dass noch sehr viele weitere neue Schulgebäude benötigt werden.

Ich frage ich den Magistrat:

Wie begründet der Magistrat die hohen Baukosten für ein Provisorium, und welche durchschnittliche Nutzungsdauer haben die Holzmodule?

Antwort des Magistrats:

Aufgrund der bekannten Stadtentwicklung und der damit verbundenen steigenden Schülerzahl besteht aktuell ein hoher Bedarf, neue Schulen zu bauen.

Da die Schülerinnen und Schüler bereits geboren sind, müssen kurzfristig Lösungen geschaffen werden. Je nachdem, welche zeitliche Perspektive für einen endgültigen Standort besteht, muss Größe und Qualität des Provisoriums entsprechend gegeben sein. Die Planungs- und Bauzeit für einen Neubau liegt in der Summe nicht selten bei sechs bis acht Jahren, sodass es Kinder gibt, die einen Teil ihrer schulischen Laufbahn in Provisorien unterrichtet werden. Diesen Kindern muss im provisorischen Gebäude annähernd die gleiche Qualität für ein gutes Lernumfeld, Aufenthalt und Unterricht geboten sein, wie in einem endgültigen Neubau.

Darüber hinaus sind Provisorien, wenn sie länger als zwei Jahre genutzt werden, baurechtlich mit den gleichen baulichen Anforderungen an Energie- und Wärmeschutz auszustatten wie endgültige Neubauten. Sie bieten eine Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren.

Die aktuellen Provisorien haben den Vorteil, dass sie aufgrund der längeren Standzeit von der Stadt Frankfurt erworben werden und später auch an einem anderen Standort erneut als Auslagerungsstätte verwendet werden können, so wird zum Beispiel die Auslagerungsanlage Dahlmannschule das neue Interimsquartier für die Grundschule Europaviertel. Die Kosten für die Provisorien sind somit nicht nur einer Schule zuzurechnen, sondern mit ihren jährlichen Abschreibungsraten im Verhältnis der jeweiligen Auslagerungszeit allen Schulen zuzurechnen, von denen Sie im Laufe der Jahre genutzt werden.

Auch die Anlage in der Paleskestraße diente zuerst als Interim für die IGS West und beherbergt derzeit mit der Henri-Dunant-Schule eine Grundschule sowie die ersten Jahrgänge des Gymnasiums Nied.

Aktuell werden Notwendigkeit und Anforderungen für die für das Gymnasium Nied und die Holzhausenschule vorgesehenen Provisorien auf dem Campus Westend geprüft mit dem Ziel, den Umfang möglicherweise notwendiger Baumaßnahmen einzudämmen und Kosten zu senken. Der Magistrat ist zuversichtlich, dass durch die Neuplanung der Auslagerungsanlagen auf dem Schulcampus Westend die Kosten für die beiden Provisorien gegenüber den bisher presseöffentlich genannten Summen deutlich gesenkt werden können.

Der zitierte Fall des Provisoriums Gymnasium Nord in Westhausen ist nochmal anders zu bewerten. Es ist richtig, dass der Standort für das Gymnasium Nord ein Provisorium ist, aber wie mehrfach berichtet wird das Areal anschließend als Auslagerungsstandort für andere, zu sanierende Schulen dienen. Damit ist der Standort in einer entsprechenden Qualität gebaut.

Die hier angesetzte Achtzügigkeit ist im Bereich der allgemeinbildenden Schule zudem das größte Gebäudevolumen. Mit einer eigenständigen Mensa und einer Zweifeldturnhalle ist die Anlage für viele Schulformen ausgerüstet. Falls der Bedarf besteht, kann die Anlage auch um einen dritten Bauabschnitt erweitert werden. In Vorbereitung auf Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt sind zudem gemeinsam mit dem Amt für Bau und Immobilien und dem Revisionsamt Alternativen entwickelt worden, wie durch eine veränderte Gründung der Gebäude Kosten eingespart werden können. So kann aktuell davon ausgegangen werden, dass der in der Bau- und Finanzierungsvorlage genannten und von den Stadtverordneten beschlossenen Kostenrahmen nicht vollständig verausgabt werden muss.

 

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Stefan Freiherr von Wangenheim