Information über Infektionen an Frankfurter Schulen

Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts liegt die geschätzte Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2016 in Hessen zwischen 230 und 280 Fällen.

Dies vorausgeschickt, frage ich den Magistrat:

In welchem Umfang wird in Frankfurter Schulen regelmäßig zu den Risiken einer Infektion mit Hepatitis C und B, dem HI-Virus und weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten informiert?

Antwort des Magistrats:

Das Gesundheitsamt führt seit vielen Jahren die Veranstaltungsreihe „AIDS-mobil“ in Frankfurter Schulen aller Schulformen durch. Dabei werden die Schüler*innen zum Thema HIV/AIDS informiert und darüber hinaus – in geschlechtergetrennten Gruppen – Fragen von Sexualität und Partnerschaft behandelt. Hier sind auch Hepatitis und andere sexuell übertragbare Krankheiten, STI, Thema. Im Jahr 2016 wurden bei 42 Veranstaltungen 952 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 erreicht, 2017 werden voraussichtlich bei 18 Veranstaltungen 1.070 Schüler*innen erreicht werden.

Mit der Veranstaltung „HIV positiv in Frankfurt“ bietet das Gesundheitsamt eine zweite Veranstaltung für die Schulen an. Das Ziel dieses Kooperationsprojektes mit der Aidshilfe ist es, neben Basisinformationen zu HIV/AIDS Schüler*innen über den Kontakt mit HIV-Infizierten Menschen einen emotionalen Zugang zum Thema zu verschaffen. Im Jahr 2016 wurden hierbei 83 Schüler*innen erreicht, 2017 werden voraussichtlich 75 Schüler*innen erreicht werden.

Die Angebote des Magistrats werden im Regelfall von einzelnen Lehrern der verschiedenen Frankfurter Schulen angefordert. Nicht in Schulen, aber im Gesundheitsamt selbst wird seit September 2016 eine Jugendsprechstunde mit Beratungs-und Testangebot zu HIV/STI angeboten. Diese wird bei den Veranstaltungen des AIDS-mobil mit Flyern beworben.

Im Lehrplan zur Sexualerziehung an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hessen ist die Aufklärung über HIV/AIDS und andere STI sowie Schutzmöglichkeiten gegen Infektionen verankert. Die Umsetzung von Lehrplänen wird vom Magistrat mangels Zuständigkeit – verantwortlich ist das hessische Kultusministerium – nicht überprüft, er geht jedoch davon aus, dass die Schulen in der Umsetzung der Lehrpläne pflichtgemäß handeln und ihrer Verantwortung für Gesundheitsschutz und Prävention gerecht werden.

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Yanki Pürsün