Integration von Flüchtlingen in den Frankfurter Arbeitsmarkt

Dass Arbeit der beste Schlüssel Integration ist, ist nicht erst seit dem großen Flüchtlingszustrom der letzten Monate bekannt. Kürzlich äußerte der Vorsitzende des Branchenverbands Dehoga Frankfurt in einem Zeitungsinterview, dass gerade die Frankfurter Hotel- und Gastronomiebranche dringend Arbeitskräfte sucht. Obwohl bei vielen Tätigkeiten anfangs noch nicht einmal zwingend Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden sein müssen, sei es schwierig, Arbeitskräfte zu finden. Auch in vielen anderen Branchen werden Arbeitskräfte in Bereichen gesucht, in denen weder zwingend Deutschkenntnisse noch besondere Vorkenntnisse oder Bildungsabschlüsse von Nöten sind. Mit einer schnellen, unbürokratischen Integration in den Arbeitsmarkt ist auch den Flüchtlingen deutlich besser gedient als damit, sie zum Nichtstun zu zwingen.

In besagtem Interview kam die Frage auf, warum die freien Stellen nicht an Flüchtlinge, die in Frankfurt leben, vermittelt werden können. In der Antwort war zu lesen, dass der Stadt Frankfurt gerade einmal rund 60 Flüchtlinge bekannt sein, die dem Arbeitsmarkt mit allen notwendigen Papieren und Erlaubnissen zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

1. Kann der Magistrat die angegebene Zahl von nur rund 60 Flüchtlingen, die über die notwendigen Papiere verfügen um eine Arbeit aufzunehmen, bestätigen? Wenn ja, aus welchen Gründen liegt die Zahl derart niedrig? Wenn nein, wie hoch ist die Zahl an Flüchtlingen in Frankfurt, die für den deutschen Arbeitsmarkt zugelassen sind?

2. Wie lange dauert derzeit eine Bearbeitung eines Aufenthaltstitels bei der Frankfurter Ausländerbehörde im Durchschnitt?

3. Was unternimmt die Stadt, um die Integration in den Frankfurter Arbeitsmarkt zu beschleunigen?

4. Welche Möglichkeit sieht der Magistrat, um offene Stellen, die keine oder geringe Deutschkenntnisse erfordern, an Flüchtlinge zu vermitteln, um so die Integration zu fördern?

5. Mit welchen Hürden ist eine solche Vermittlung verbunden und wie gedenkt der Magistrat, auf kommunaler Ebene diese zu senken?

6. Wie schätzt der Magistrat zum jetzigen Zeitpunkt die bisherige Integration der in Frankfurt lebenden Flüchtlinge ein? In welchen Umfang werden die Integrationsangebote von den Betroffenen angenommen?

7. Welche Abschlüsse, Fertigkeiten, Berufserfahrungen oder Interessen werden vor dem Eintreffen der Flüchtlinge in Frankfurt von den Bundes- und Landesbehörden erhoben?

8. Welche Maßnahmen gibt es vonseiten der Bundes- und Landesbehörden während der laufenden Verfahren zur Förderung einer schnellen Integration in den Arbeitsmarkt?

9. Welche Informationen bzw. Empfehlungen geben die Bundes- und Landesbehörden den Kommunen bezüglich einer schnellen Integration in den Arbeitsmarkt?

Antragsteller:
Stv. Yanki Pürsün

gez.: Stv. Annette Rinn, Fraktionsvorsitzende