Klapperfeldstraße

Das ehemalige Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße ist denkmalgeschützt. An der Außenwand des Gebäudes und der Mauer davor wurden Graffiti angebracht. Zum Beispiel ist ein Bild mit Polizisten und vermummten, schwarz gekleideten Aktivisten an der Wand zu sehen. Zwischen ihnen prangt der Satz: „Freiheit stirbt mit Sicherheit.“ Außerdem blickt Homer Simpson in Polizeiuniform von der Wand. Daneben steht: „Niemand muss Bulle sein.“

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Welche Meinung hat der Magistrat zu den künstlerisch zweifelhaften Malereien an dem denkmalgeschützten Gebäude, und welche Maßnahmen gedenkt der Magistrat zu ergreifen, um das Gebäude wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen?

 

Antwort des Magistrats:

Stadtrat Mike Josef:

Sehr geehrter Herr von Wangenheim!

Lassen Sie mich zunächst einmal sagen, dass die Nutzung der Initiative Kultur- und Kunstverein Ostzeil, die momentan das Kulturzentrum Klapperfeld betreibt, dem denkmalgeschützten Gebäude insgesamt sehr guttut.

 

Das ist eine Feststellung, die das Denkmalamt vor einigen Wochen so schon schriftlich getroffen hat, als wir an selbiger Stelle eine andere Diskussion hatten. Dieser Verein handelt tatsächlich sehr behutsam und ohne Eingriffe in das denkmalgeschützte Gebäude, er bietet dort Führungen an und geht letztendlich auch auf die Historie des Gebäudes ein. Das ist positiv und freut mich auch. Ich habe der Zeitung entnommen, dass auch die JuLis angefragt haben – die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP -, ob sie im Klapperfeld eine Party organisieren dürfen.

Dies spricht letztendlich für die Akzeptanz und die Arbeit, die da geleistet wird.

Nun zu den Graffiti. Graffiti an sich sind eine Kunstform, die in verschiedenster Weise auftauchen und letztendlich auch Ausdrucksform von Protest sind und als Kommunikationsmittel dienen. Deswegen bietet die Stadt durchaus auch an, dass beispielsweise an Fassaden, Wänden, Brücken und Bauzäunen legal gesprayt wird, durchaus auch provokant und gesellschaftskritisch. Das soll es dann auch sein. Lassen Sie mich zu den Graffiti an sich etwas sagen. Eine ästhetische Beurteilung seitens des Magistrats erscheint schwierig. Bei Ästhetik – das merkt man nicht nur bei Malereien und Graffiti, sondern auch am Kleidungsstil des Magistrats – gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Aber ich finde, wenn ich das jetzt einzeln beurteilen sollte, das Graffito mit dem Portrait von Homer Simpson als Polizist ist eine Wiedergabe falscher Tatsachen, wie wir als Magistrat festgestellt haben. Homer Simpson arbeitet nicht als Polizist, sondern als Sicherheitsinspektor im Bereich 7G im Kernkraftwerk.

 

Bezüglich des Ausspruchs „Niemand muss Bulle sein“ finde ich, dass man angesichts der Ereignisse vor circa zweieinhalb Jahren im Bereich des 1. Polizeireviers in unmittelbarer Nähe, als Polizeiwagen angezündet wurden und wir alle glücklich darüber waren, dass kein Polizist im Auto war und es so glimpflich ausgegangen ist, an der Stelle schon ernsthaft sagen muss, dass hier das Gleichbehandlungsprinzip vonseiten des Magistrats gelten muss. Wenn beispielsweise beleidigende Sätze an anderen Wänden oder an denkmalgeschützten Gebäuden stehen, gehen wir als Magistrat auch dagegen vor und mahnen an, diese zu entfernen. Deswegen wäre das an der Stelle auch geboten.