Klinikum Frankfurt-Höchst

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat Ende Juli in einer Pressemitteilung wiederholt auf die Überlastung von Klinikbeschäftigten und auch auf die Personalnot im Klinikum Frankfurt-Höchst und den Druck, der sich für die Beschäftigen dadurch enorm erhöht hat, aufmerksam gemacht. Im März hatte Stadträtin Rosemarie Heilig angekündigt, dass man sich für den gesamten Klinikbereich in Höchst Gedanken machen werde – nicht nur in der Pflege -, wie man mehr Kräfte bekommen könne.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Welche konkreten Schritte wurden bereits bzw. werden in naher Zukunft unternommen, um die Personalnot und damit auch den Druck auf die Beschäftigten im Klinikum Frankfurt- Höchst stark zu verringern?

 

Antwort des Magistrats:

Vorab ist festzustellen, dass die Problemlage im Klinikum Frankfurt Höchst keine Ausnahmesituation in dem Sinne ist, dass die zu dieser Problemlage führenden Gründe speziell in Situation oder Handlungsweisen innerhalb des Klinikums Frankfurt Höchst zu suchen wären. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft, DKG e.V., sind aktuell rund 10.000 Stellen in deutschen Kliniken unbesetzt. Vor allem in den Metropolregionen Deutschlands befinden sich die Krankenhäuser in einer außerordentlich schwierigen Gemengelage aus Kostendruck, Fachkräftemangel und Faktoren außerhalb des Gesundheitswesens wie höhere Lebenshaltungs- und vor allem Wohnungskosten in Großstädten.

Wie in der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit am 24.08.2017 ausgeführt, hat die Geschäftsleitung des Klinikums Frankfurt Höchst bereits vor geraumer Zeit mit folgenden Maßnahmen auf die Situation reagiert.

Zur Reduktion der Belastung des Personals wurden folgende Maßnahmen ergriffen:

– Tägliche Anpassung der Anzahl der intensivmedizinischen Betten (aktuell 18 von 33 verfügbar) an die Personalsituation zur Sicherstellung der hohen Versorgungsqualität; Notfälle konnten dennoch alle behandelt werden;

– vorübergehende Schließung einzelner OP-Säle; geplante Operationen konnten mit geringfügigen Terminverschiebungen dennoch sämtlich umgesetzt werden;

– vorübergehende Schließung von Bettenstationen;

– kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Situation;

– regelmäßige Gespräche der Geschäftsführung mit den Leitungskräften in der Pflege zu Analyse und Ableitung geeigneter Gegenmaßnahmen;

– wo möglich, werden administrative Tätigkeiten an nicht-pflegerisches Assistenzpersonal delegiert;

– zur Abfederung personeller Ausfälle werden aktuell bis zu fünf Leiharbeitnehmer*innen auf Stundensatzbasis eingesetzt, um kurzfristig offene Schichten zu besetzen.

Folgende Maßnahmen wurden zur Gewinnung neuer Mitarbeiter*innen ergriffen:

– Anmietung von Wohnungen – zuletzt fünf Wohnungen, fußläufig zur Klinik gelegen, zur Nutzung durch Wohngemeinschaften für insgesamt 13 Personen – durch das Klinikum Frankfurt Höchst als Mieter;

– Ausweitung der Recruiting-Tätigkeit und begonnene Ausarbeitung eines Konzeptes zur Professionalisierung der Personalakquise, „Arbeitgebermarke“;

– Intensivierung der Mitarbeiter*innengewinnung aus dem europäischen Ausland mit ersten Erfolgen: 15 neue Mitarbeiter*innen aus Serbien sollen zum 01.09.2017 ihre Tätigkeit aufnehmen, eine Einstellung weiterer 23 serbischer Mitarbeiter*innen ab 01.12.2017 ist in Vorbereitung.

Die Geschäftsleitung des Klinikums Frankfurt Höchst tut das ihr Mögliche, um die Personalsituation kurzfristig zu stabilisieren und nachhaltig zu verbessern. Auf die eingangs geschilderten komplexen Ursachenzusammenhänge hat die Geschäftsleitung jedoch keinen Einfluss.

 

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Yanki Pürsün