Krankenhauskeime

Auf unsere Frage Nr. 796 vom 21.09.2018 zu Eindämmungsmöglichkeiten der immer wieder auftretenden Krankenhauskeime antwortete der Magistrat mit dem Hinweis auf bereits praktizierte Desinfektionsmaßnahmen und genaue Arbeitsanweisungen auch zur Handhygiene. Das Reinigungspersonal in den Krankenhäusern hat meist eine andere Muttersprache als die deutsche und ist unter Umständen unsicher im Lesen und Schreiben, benötigt daher möglicherweise eine intensive Betreuung und Kontrolle zur korrekten Durchführung.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

In welcher Weise wird dieser Notwendigkeit Rechnung getragen?

 

Antwort des Magistrats:

Der in der Fragestellung beschriebenen Problematik ausreichender Sprachkenntnisse und -kompetenzen wird seitens der Kliniken dadurch Rechnung getragen, dass die Vorarbeiter*innen der Reinigungsfirmen intensiv geschult werden und diese ihre Mitarbeiter*innen regelmäßig schulen, auch mit praktischen Unterweisungen. Dadurch konnten in den letzten Jahren in der Flächenreinigung und -desinfektion in den Frankfurter Krankenhäusern Verbesserungen in der Reinigungsqualität erzielt werden. Auch der Selbstschutz der Mitarbeiter*innen wird geschult, u.a. der richtige Umgang mit Handschuhen und der Händedesinfektion.

Es handelt sich dabei um eine strukturelle Frage: Die Tätigkeit im Reinigungsdienst hat bisher nur ein niedriges soziales Ansehen und in den häufig ausgelagerten Reinigungs- und Dienstleistungsfirmen dominieren angelernte Kräfte, niedrige Gehälter und häufiger Stellenwechsel, was wiederum zu Fehlern und Unsicherheiten in der Hygiene führt, auch der Händehygiene der Reinigungsmitarbeiter*innen.

Bei der Medizinprodukte-Aufbereitung wurden in den letzten Jahren in Deutschland erhebliche Verbesserungen erreicht, nicht nur infolge der geforderten Validierung der Aufbereitung, sondern auch durch höhere Anforderungen an die mit der Aufbereitung Betrauten. Vor diesem Hintergrund wurden aus den Fachkreisen für Krankenhaushygiene ein Umdenken bei den Krankenhausleitungen und eine Qualifizierung zum Beispiel zur Fachkraft für Krankenhausreinigung und eine damit verbundene höhere Anerkennung des Reinigungsdienstes gefordert.

Wie wichtig speziell ausgebildete Fachkräfte in diesen Zusammenhängen sind, wird am Beispiel der Frankfurter Stiftungskrankenhäuser deutlich: Die dort eingesetzten Reinigungsdienste werden über einen Krankenhaushygieniker und eine Hygienefachkraft betreut, beraten und kontrolliert. Es finden regelmäßige Schulungen statt. Darüber hinaus werden die im Krankenhaus erbrachten Reinigungsleistungen durch den hauseigenen Bereich für Krankenhaushygiene und dessen Mitarbeiter*innen stetig überwacht. Hierbei werden die den Reinigungsleistungen zu Grunde liegenden Prozesse in Bezug auf das erbrachte Ergebnis mittels vorher aufgebrachten Fluoreszenzfarbstoffen, GlowCheck, nach der Unterhaltsreinigung beziehungsweise der Schlussdesinfektion stichpunktartig fortwährend überprüft. Fallen Reinigungsmängel auf, so erfolgt eine Rückmeldung an den Reinigungsdienst, die Mängel werden beseitigt und die betroffenen Mitarbeiter*innen werden in solchen Fällen nachgeschult. Die Reinigungsutensilien selbst werden darüber hinaus über einen externen Hygienedienstleister kontinuierlich auf Einhaltung der einschlägigen Standards überwacht.

Im Rahmen einer Bündelstrategie müssen dem Reinigungspersonal jedoch nicht nur Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt und die Qualität ihrer Arbeit kontrolliert und zurückgespiegelt werden; wichtig ist auch, dem Reinigungspersonal zu vermitteln, dass es Teil eines Teams im Krankenhaus ist und ihm mit der Flächenreinigung und -desinfektion eine wichtige und keinesfalls zu vernachlässigende Aufgabe in der klinischen Versorgung zukommt.

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Elke Tafel-Stein