Notunterkünfte

Stadtv. Dr. Uwe Schulz  – FDP –

Zurzeit übernachten circa 100 obdachlose Bürger in der B-Ebene der Hauptwache. Zugleich stehen in der Stadt circa 360 Notunterkünfte zur Verfügung, die weitgehend ungenutzt sind.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Was spricht dagegen, statt der B-Ebene in der Hauptwache die freien Notunterkünfte der Stadt für die Übernachtung der obdachlosen Menschen zu nutzen?

 

Antwort des Magistrats:

Es sind auch für den Winter 2016/17 wieder alle Vorbereitungen getroffen, um die obdachlosen Menschen in der kalten Jahreszeit gezielt anzusprechen, ihnen die notwendige Unterstützung anzubieten und ihnen in ihrer schwierigen Situation zu helfen. Dazu kooperiert die Stadtverwaltung sehr eng mit allen Akteuren der Wohnungslosenhilfe. Im Winter werden zusätzliche Notübernachtungsplätze bereitgehalten, die bei Bedarf weiter aufgestockt werden können.

Die B-Ebene Hauptwache ist im Winter wieder nachts geöffnet. Sie dient als niedrigschwelliges Übernachtungsangebot. Auf der Straße leben einige obdachlose Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Verfasstheit selbst bei bitterster Kälte nicht dazu bereit sind, in eine der Notunterkünfte zu gehen. Es gibt keine Möglichkeit, diese Menschen gegen ihren Willen unterzubringen, solange sie sich nicht selbst oder andere gefährden. Ihnen bietet die Stadt durch die Öffnung der B-Ebene wenigstens einen geschützten Rahmen.

Neben dieser Gruppe von Obdachlosen nutzen auch Menschen aus Ost- und Südosteuropa die B-Ebene zum Übernachten. Es sind Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben, die keine Bleibe und aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten keinen Anspruch auf Unterbringung durch die Stadt haben. Für diese Menschen handelt es sich bei der Übernachtungsmöglichkeit um ein humanitäres Angebot. Daraus wird ersichtlich, dass die Plätze in Notunterkünften und die Öffnung der B-Ebene sehr unterschiedliche Funktionen bei den Hilfen im Winter erfüllen und nicht miteinander vergleichbar sind.

Zusätzlich zur professionellen Hilfe ist aber auch die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger nötig. Deshalb appelliert der Magistrat an die Bürgerinnen und Bürger, wer einen Menschen bei Kälte im Freien übernachten sieht, sollte auf jeden Fall den Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten informieren. Der Bus fährt Nacht für Nacht durch Frankfurts Straßen, bietet obdachlosen Menschen den Transport in eine Unterkunft an oder auch Decken und warme Getränke. Das Team des Kältebusses ist telefonisch zu erreichen unter der Nummer 43 14 14. Aber auch die Notrufnummer 112 oder die städtische Hotline 212-70070 für soziale Notlagen, stehen rund um die Uhr zur Verfügung.