Saubere Gewässer in Frankfurt

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat wird aufgefordert dafür zu sorgen, dass alle Frankfurter Krankenhäuser mit technisch angemessenen Filtern ausgestattet werden, damit die Klinikabwässer nicht länger ungefiltert in Frankfurter Kläranlagen gelangen.
  2. Des Weiteren wird der Magistrat aufgefordert, an den Gewässern (primär an Bächen und an Weihern), in denen multiresistenten Bakterien nachgewiesen wurden, Warntafeln und Hinweisschilder mit Hygieneanweisungen aufzustellen.
  3. Ferner wird der Magistrat aufgefordert zu prüfen, inwieweit Wildvögel für die mögliche Übertragung von multiresistenten Keimen in Frankfurter Gewässern verantwortlich sind. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass z.B. Wildgänse  multiresistente Keime übertragen, wird der Magistrat aufgefordert, kurzfristig geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Übertragung zu stoppen.

Begründung:

Aus dem aktuellen Bericht „Oberflächengewässer in Frankfurt am Main 1996 – 2017, hygienische Qualität 1996 – 2017“ des Gesundheitsamtes geht hervor, dass durch Untersuchungen Erreger mit Antibiotikaresistenzen in Frankfurter Oberflächengewässern nachgewiesen werden konnten. Die Erreger wurden bei Gewässern mit  und ohne Kläranlagenzufluss gefunden. Antibiotika selbst wurden nur in Gewässern nach Kläranlagen gefunden, was vermutlich mit dem ungefilterten Abwasser aus den Krankenhäusern zusammenhängt. Krankenhausabwässer enthalten u.a. AOX (Adsorbierbare Organisch gebundene Halogene) aus z.B. Röntgenkontrastmitteln und chlorhaltigen Desinfektionsmitteln sowie Medikamente, Zytostatika, Antibiotika und Krankheitserreger. Vor diesem Hintergrund wird der Magistrat aufgefordert, die Abwasserleitungen der städtischen Krankenhäuser zu sanieren und mit entsprechenden Filtern auszustatten, damit die Krankenhausabwässer nicht unbehandelt in die städtischen Kläranlagen abfließen.

Aufgrund der bereits erbrachten Nachweise von Erregern und Keimen in Frankfurter Gewässern ist es weiter notwendig, dass die Bevölkerung durch Warntafeln bzw. Hinweisschilder an den belasteten Gewässern über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen informiert wird. Gerade Kinder spielen gerne an Bächen, daher ist es wichtig, dass auf adäquate Hygienemaßnahmen nach dem Spielen aufmerksam gemacht wird.

Ferner wird der Magistrat aufgefordert zu prüfen, ob sich die Hinweise, dass Wildvögel für Übertragung von Keimen in Frankfurter Gewässern verantwortlich sind, bestätigen lassen. In dem Bericht wurde darauf aufmerksam gemacht, dass z.B. der Rebstockweiher ebenfalls von multiresistenten Keimen befallen sei, obwohl er keinen Zufluss besitzt. Experten vermuten, dass die dort angesiedelten Gänse eventuell als Überträger in Frage kommen. Diesen Hinweisen muss die Stadt auf den Grund gehen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Wildgänse Überträger von multiresistenter Keimen sind, müssen effektive Vergrämungsstrategien der Vögel von den abflusslosen Gewässern eingeführt werden, um die weitere Übertragung zu stoppen.

Antragsteller:

Stv. Michael Bross
Stv. Yanki Pürsün
gez. Annette Rinn, Fraktionsvorsitzende