Schadstoffmessungen

Die Münchner Boulevardzeitung TZ berichtete am 08.03.2018 über die Schadstoffmessungen in der bayerischen Hauptstadt. Eine Messstelle sei entgegen der EU-Vorschrift zur Messung direkt am Fahrbahnrand einer Kreuzung platziert, statt in 25 Metern Abstand. Zwei weitere Messstellen an Hauptverkehrsstraßen seien ebenfalls direkt am Fahrbahnrand aufgestellt, obwohl ein Abstand von zehn Metern zulässig sei. Durch die beschriebenen Platzierungen würden die Messwerte unnötig in die Höhe getrieben beziehungsweise „hochgetrickst“.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Wie ist sichergestellt, dass in Frankfurt am Main die Messstellen den Vorschriften gemäß und darüber hinaus so platziert sind, dass die Messungen keine überhöhten, realitätsfremden Werte liefern?

 

Antwort des Magistrats:

Betreiber der Luftmessstationen in Frankfurt am Main ist das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie, welches lufthygienische Messungen nach der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) durchführt. In Frankfurt am Main gibt es nur eine sogenannte „verkehrsnahe“ Messstation in der Friedberger Landstraße, welche sich mittig zwischen der Wielandstraße und Zeiselstraße und nicht in der Nähe eines Kreuzungsbereichs befindet. Laut Anlage 16,Teil B der 39. BImSchV muss die Messung hier mindestens 4 Meter von der nächstgelegenen Fahrbahnmitte stattfinden, was an der Friedberger Landstraße erfüllt wird. Die übrigen Messstationen bilden den städtischen Hintergrund ab und unterliegen anderen Standortkriterien.

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Schadstoffbelastung inzwischen zunehmend valide durch modellgestützte Ausbreitungsberechnungen ermittelt wird. Diese Ausbreitungsberechnungen bestätigen nicht nur die gemessene Belastung an den wenigen Messstellen, sondern belegen, dass zahlreiche verkehrlich hochbelastete Abschnitte des Hauptverkehrsstraßennetzes durch Grenzwertüberschreitungen bei der NOx-Belastung gekennzeichnet sind.

Der Magistrat vertritt die Auffassung, dass sich die vorhandenen Messstationen an repräsentativen Stellen befinden.

 

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Michael Bross