Tempo 30

Ein nächtliches Tempo 30 auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen wie dem Alleen- und dem Anlagenring wird zu keiner spürbaren Verringerung des Lärmpegels führen. Eine Studie der Fachhochschule Jena hat gezeigt, dass die Lärmreduzierung deutlich weniger als 3 Dezibel betragen dürfte – eine Reduktion, die für den Menschen kaum wahrnehmbar ist. Damit wäre die Maßnahme gar nicht genehmigungsfähig, denn der Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums Darmstadt fordert eine Lärmreduktion um mindestens 3 Dezibel.

Die Akzeptanz eines solchen Schleichtempos auf breit ausgebauten und nachts leeren Hauptverkehrsstraßen dürfte ohnehin minimal sein. Bei den Messungen in Jena wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung nur von etwa 10 Prozent der Fahrzeuge eingehalten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass es zu einem Ausweichen auf Nebenstraßen kommt und das Lärmproblem lediglich verlagert wird. Zudem hätten laut Industrie- und Handelskammer auch die Unternehmen der Logistikbranche und des Groß- und Einzelhandels stark unter einer solchen Maßnahme zu leiden, denn durch die längeren Fahrzeiten würden die Kosten in die Höhe getrieben, die letztlich auf die Verbraucher abgewälzt werden dürften.

Die FDP setzt sich stattdessen für die verstärkte Verwendung von Flüsterasphalt, das Beseitigen von Kopfsteinpflaster und die konsequente Überwachung des bestehenden Tempolimits ein. Diese Maßnahmen reduzieren den Lärmpegel nicht nur nachts, sondern den ganzen Tag und sind somit wesentlich effektiver.