Wie digital sind Frankfurts Pflegeeinrichtungen?

Im Bereich der Pflege ist es wichtig, dass das Pflegepersonal hinreichend Zeit für seine Patientinnen und Patienten hat. Digitale Anwendungen können helfen, Pflegekräfte und pflegende Angehörige spürbar zu entlasten und den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Pflege zu rücken. Studien zufolge sollen Pflegekräfte rund 13% ihrer Tätigkeit für Dokumentationspflichten aufwenden und 8% ihrer Zeit für Logistik – Tätigkeiten, die viel Zeit in Anspruch nehmen,  Zeit, die für Patientinnen und Patienten fehlt. So können beispielsweise technikgestützte Hebe- und Tragehilfen die körperliche Belastung des Pflegepersonals deutlich reduzieren. Aber auch die Einführung einer elektronischen Pflegedokumentation erleichtert den Alltag. Auch durch technische Assistenz können Pflegerinnen und Pfleger entlastet werden. Beispiele zur Entlastung können Sensormatten mit Alarmfunktion sein, sobald sturzgefährdete Personen das Bett verlassen, Systeme, die automatisch an die Medikamenteneinnahme und Flüssigkeitsaufnahme erinnern. Auch in der häuslichen Pflege kann die Digitalisierung den Pflegealltag deutlich erleichtern und zusätzlich Menschen die Möglichkeit einräumen, möglichst lange ein eigenständiges Leben in ihren eigenen vier Wänden führen zu können. Die aktuelle demografische Entwicklung zeigt: Die Gesellschaft wird immer älter und somit auch mehr Menschen im Alter pflegebedürftig. Jedoch zeigt sich, dass die Zahl der Pflegekräfte deutlich zurückgeht und immer mehr Personal in den Klinken, Pflegediensten und Altenpflege fehlt. Vor allem die schwierigen Arbeitsbedingungen schrecken viele davon ab, sich für eine Tätigkeit in der Pflege zu entscheiden. Mit dem Einsatz digitaler Hilfsmittel würde nicht nur eine Entlastung der Pflegerinnen und Pfleger erreicht, sondern gleichzeitig das Berufsbild für neue Gruppen oder Berufsaussteiger wieder interessanter.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

  1. Welche digitalen Anwendungsmöglichkeiten werden in Frankfurter Pflegeeinrichtungen eingesetzt um den Arbeitsalltag der Pflegekräfte zu erleichtern? Welche weiteren digitalen Hilfestellungen sind geplant?
  2. In wie vielen Einrichtungen wird eine elektronische Dokumentation im täglichen Arbeitsalltag verwendet? Falls keine elektronische Dokumentation verwendet wird: Aus welchen Gründen wurde bisher eine elektronische Pflegedokumentation noch nicht eingeführt?
  3. Welche technischen Assistenzen stehen den Pflegekräften im Berufsalltag zur Verfügung?
  4. Welche technischen Assistenzen werden in der häuslichen Pflege in Frankfurt eingesetzt?
  5. Inwieweit wird die Telepflege in Frankfurt bereits in der ambulanten sowie stationären Pflege praktiziert? Wie sind die bisherigen Erfahrungswerte? Ist ein weiterer Ausbau der Telepflege in Frankfurt geplant? Wenn ja, welchen konkreten Maßnahmen sind bereits bekannt?
  6. Welche digitalen Kompetenzen werden in Frankfurts Pflegeschulen an die Pflegeschülerinnen und -schüler vermittelt?
  7. Werden digitale Kompetenzen im Ausbildungsprofil zukünftig stärker in den Fokus gerückt?
  8. Welche Möglichkeiten hat das Pflegepersonal in der Alten- und Mobilenpflege sowie im Krankenhaus zur Weiterbildung im Bereich E-Health? Welche Unterstützung wird vonseiten der Stadt Frankfurt angeboten? Falls die Stadt Frankfurt bisher noch keine Unterstützung angeboten hat: Aus welchen Gründen sah die Stadt bisher von einer Unterstützung des Frankfurter Pflegepersonals im Bereich E-Health Weiterbildung ab?
  9. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat eine E-Health-Initiative gestartet, die mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnik neue und bedarfsgerechte Versorgungsformen unterstützt und dafür ab 2018 rund 6 Mio. Euro jährlich zur Verfügung stellt. Sieht die Stadt Frankfurt eine Möglichkeit, sich an dieser Initiative zu beteiligen? Wenn ja, in welcher Form könnte eine solche Beteiligung stattfinden? Wenn nein, aus welchen Gründen zieht die Stadt Frankfurt eine solche Beteiligung nicht vor?
  10. Welche Zielsetzung der eHealth Initiativen werden bereits in Frankfurt umgesetzt und wie sind die Erfahrungen mit den jeweiligen Initiativen?
  11. Könnte sich der Magistrat eine Digitaloffensive in der Pflege in Form eines Modellprojektes vorstellen? Wenn nein, aus welchen Gründen hält der Magistrat solch eine Offensive für nicht zielführend?