Wohnungsbau in der Rhein-Main-Region

Frankfurt und Wiesbaden habe eine gemeinsame neue Gesellschaft mit dem Ziel gegründet, den Wohnungsbau in der Rhein-Main-Region voranzutreiben. Presseberichten zufolge wird aufseiten der Immobilienbranche diese Aktion eher kritisch gesehen, denn es gebe genügend private und öffentliche Gesellschaften, die sich mit der Entwicklung von Bauland beschäftigten. Die Probleme bei der Ausweisung von Bauland seien eher politischer Natur.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Welchen Mehrwert sieht der Magistrat durch die Neugründung im Vergleich zu den bestehenden Baulandentwicklungsgesellschaften, und wie beurteilt er die Auffassung der Immobilienbranche?

 

Antwort des Magistrats:

In Anbetracht der wachsenden Bevölkerung und des steigenden Wohnungsbedarfes in der Rhein-Main-Region ist es eine vordringliche Zukunftsaufgabe, den Wohnungsbau mit gebündelten Kräften zügig voranzutreiben und dafür die geeigneten Strategien zu entwickeln. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei einer beschleunigten Mobilisierung von für den Wohnungsbau geeigneten Flächenpotentialen in der gesamten Region zu. In diesem Zusammenhang sind kommunale oder interkommunale Entwicklungsgesellschaften aufgrund ihrer Kompetenzen besonders geeignet, den Erwerb und die Entwicklung von Flächen zu übernehmen, die zur Schaffung von Wohnraum benötigt werden und die bislang von Kommunen oder privaten Immobilienentwicklern nicht in Anspruch genommen wurden. Hier sollen auch innovative Ansätze zur Realisierung von schwer entwickelbarem Bauland genutzt werden.

Im Rahmen der durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiierten „Allianz für Wohnen in Hessen“, an der auch die Verbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft beteiligt sind, wurde von allen Partnern ausdrücklich die Beteiligung von Entwicklungs-gesellschaften an der Mobilisierung und Entwicklung von Wohnbauflächen empfohlen, da hiervon eine Beschleunigung von Entwicklungsvorhaben im Wohnungsbau und eine Entlastung kommunaler Haushalte erwartet wird.

Kooperationen mit privaten Immobilienentwicklern sind dadurch nicht ausgeschlossen. Insofern begrüßt die Stadt Frankfurt eine Gesellschaftsgründung zwischen der ABG Frankfurt Holding und der SEG Wiesbaden, um Kommunen in der Region bei der Schaffung von Wohnbauland zu unterstützen und sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Verstärkung der regionalen Kooperation im Wohnungsbau.

Antragstellende Person(en):
Stadtv. Elke Tafel-Stein