Arbeitslose auf Möglichkeit des freiwilligen Engagements hinweisen

Im „Frankfurter Sozialbericht Teil XII: Freiwilliges Engagement – Ein Blick auf Frankfurt am Main“ wird berichtet, „dass viele ehrenamtlich engagierte Personen ihr Engagement als Bereicherung des eigenen Lebens ansehen (Kontakte zu anderen; Abwechslung), ihr Engagement als Sinngebung durch die Übernahme bedeutsamer Aufgaben und damit verbundene Anerkennung empfinden (werde gebraucht; will etwas Sinnvolles tun)“ (…) (S. 164). Freiwilliges Engagement und die genannten Gründe dafür könnten Arbeitslosen vielleicht in vielfältiger Hinsicht  ̶  zum Beispiel bei ausländischen Mitbürgern auch beim Erlernen der deutschen Sprache  ̶  helfen. Arbeitslose können durch freiwilliges Engagement unter anderem positive Erfahrungen in einem Tätigkeitsbereich sammeln und Kontakte knüpfen, bis sie eine neue Arbeitsstelle gefunden haben. Im Lebenslauf, in der Bewerbung oder bei Vorstellungsgesprächen kann ein freiwilliges Engagement  ̶  das von Herzen kommt  ̶  einen positiven Eindruck hinterlassen und somit bei der Jobsuche durchaus hilfreich sein. Im Vordergrund sollte jedoch selbstverständlich nach wie vor die Suche nach einer Arbeitsstelle stehen. Das freiwillige Engagement behindert dabei jedoch nicht, sondern kann durch positive Erlebnisse unterstützen und bereichern.
Im Sozialbericht heißt es auch, dass Arbeitslose Verbesserungsbedarf vor allem bei der „Information und Beratung über Gelegenheiten zum freiwilligen Engagement“ sehen (S. 142). Hier könnte die Rhein-Main Jobcenter GmbH erste Informationen weitergeben. Denn in Frankfurt gibt es laut Sozialbericht eine Palette von Angeboten und Einrichtungen, die über die Möglichkeiten des freiwilligen Engagements in Frankfurt informieren und beraten (S. 165). Zu ihnen gehört zum Beispiel auch die Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut.  Sie arbeitet mit 250 Einrichtungen und Organisationen in Frankfurt zusammen. Durch persönliche Beratung oder auch durch eine online gestellte Engagementdatenbank kann die individuell passende freiwillige Tätigkeit  gefunden werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

  1. Weist die Rhein-Main Jobcenter GmbH auf die Möglichkeit von freiwilligem Engagement in Vereinen, Institutionen, Organisationen etc. oder auf Einrichtungen wie die Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut hin? Wenn nein, warum nicht?
  2. Könnte die Rhein-Main Jobcenter GmbH sich vorstellen, Arbeitslose auf die Möglichkeit des freiwilligen Engagements hinzuweisen, ihnen eine Übersicht von Möglichkeiten in einem konkreten Stadtteil zu geben und/oder sie an eine Einrichtung weiterzuleiten, die Interessierte für freiwilliges Engagement berät?
  3. Wenn Antwort zu Frage 2 nein, warum nicht?
  4. Werden ausländische Mitbürger von der Rhein-Main Jobcenter GmbH (bei Arbeitslosigkeit) oder von einer anderen städtischen Stelle im Rahmen ihrer Integrationsmaßnahmen auf die Möglichkeit sich freiwillig in Vereinen, Institutionen etc. zu organisieren aufmerksam gemacht? Wenn nein, warum nicht?
  5. Könnte sich die Stadt und/oder die Rhein-Main Jobcenter GmbH vorstellen, ausländische Mitbürger im Rahmen ihrer Integrationsmaßnahmen oder während ihrer Arbeitslosigkeit auf die Möglichkeiten von freiwilligem Engagement in Vereinen, Institutionen, Organisationen etc. hinzuweisen?
  6. Wenn Antwort zu Frage 5 nein, warum nicht?
  7. Könnte die Rhein-Main Jobcenter GmbH online einen Bereich einrichten, in dem über freiwilliges Engagement und die Möglichkeiten in Frankfurt (Kontaktdaten, Links zu den entsprechenden Einrichtungen, Organisationen) informiert wird und/oder könnte die Rhein-Main Jobcenter GmbH auf die entsprechende Onlineseite der Stadt Frankfurt zum Thema Bürgerengagement und den entsprechenden Flyer des Referats Bürgerengagement, Ehrenamt und Stiftungen  verlinken?

 

 

Antragsteller:
Stv. Yanki Pürsün

 

gez.: Stv. Annette Rinn, Fraktionsvorsitzende