Die Umgestaltung des Merianplatzes gefährdet das Berger Straßenfest
Die FDP-Römerfraktion übt deutliche Kritik an den aktuell vorgestellten Plänen zur Umgestaltung des Merianplatzes im Nordend. Ihrer Auffassung nach fehlt für das Projekt sowohl eine sachgerechte Priorisierung im Entsiegelungskonzept der Stadt als auch die notwendige finanzielle Grundlage.
„Der Merianplatz ist im städtischen Entsiegelungskonzept derzeit gar nicht als vorrangige Fläche vorgesehen und dennoch soll hier ein überdimensioniertes Umgestaltungsprojekt vorangetrieben werden, für das im Haushalt überhaupt keine Mittel eingestellt sind“, erklärt der umweltpolitische Sprecher Julian Langner. „Dieses Vorgehen ist weder planerisch noch ohne beschlossenen Haushalt nachvollziehbar.“
Die FDP sieht vor allem die vorgesehenen baulichen Veränderungen kritisch: Durch die großen Beete und die neue Flächenaufteilung würde ein wesentlicher Teil der nutzbaren Platzfläche verloren gehen. Dies hätte spürbare Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben im Stadtteil, insbesondere auf das Berger Straßenfest, das den Merianplatz als Veranstaltungsfläche benötigt. „Das Berger Straßenfest ist eines der traditionsreichsten und beliebtesten Feste im Nordend. Wenn die Fläche am Merianplatz drastisch verkleinert wird, steht die Durchführung dieses Festes in der bisherigen Form ernsthaft infrage“, so Langner.
Die FDP betont, dass sie eine maßvolle Nachpflanzung der vergifteten Bäume ausdrücklich unterstützt. Ein sinnvoller Ersatz sei selbstverständlich und notwendig, jedoch ohne den Platz mit überzogenen Gestaltungselementen zu überfrachten. „Mehr Grün ja, aber mit Augenmaß“, unterstreicht Langner. „Ein Platz lebt von Offenheit und Nutzbarkeit. Diese Qualitäten müssen erhalten bleiben, statt sie durch großflächige Beete und Möblierungen zu zerstören. Die Prioritätenliste für die Entsiegelung von Plätzen wurde insbesondere auf Betreiben der Freien Demokraten aufgestellt, um eine solche Nutzungseinschränkung und eine Benachteiligung von weniger gut vernetzten Stadtteilen zu vermeiden.“
Angesichts der fehlenden Haushaltsmittel und der nicht gegebenen Priorität im Entsiegelungskonzept fordert die FDP-Fraktion daher, die Pläne zur Umgestaltung des Merianplatzes zu stoppen und grundlegend zu überarbeiten. „Stadtentwicklung darf nicht durch politische Symbolik getrieben werden, sondern braucht eine solide Planung, klare Prioritäten und eine verlässliche Finanzierung. Sonst führt sie zu Politikverdrossenheit“, so Langner abschließend.
