Dreijährige Vollsperrung der Mörfelder Landstraße ist ein verkehrspolitischer Offenbarungseid
Die FDP-Fraktion im Römer übt scharfe Kritik an der überraschenden Ankündigung, die Mörfelder Landstraße im Zuge des Neubaus der Eisenbahnbrücke von März 2026 bis 2029 komplett für den Durchgangsverkehr zu sperren. Sebastian Papke, Fraktionsvorsitzender und mobilitätspolitischer Sprecher, sieht in diesem Vorgehen einen massiven Vertrauensbruch gegenüber den Anwohnern. „Den Bürgern wurde lange der Eindruck vermittelt, dass eine Vollsperrung nur punktuell für den Abbruch und den Einschub der Brücke notwendig sein wird. Dass aus dieser Zusage nun plötzlich ein dreijähriger Totalausfall wird, ist ein verkehrspolitischer Offenbarungseid des Magistrats“, kritisiert Papke scharf. Eine derart zentrale Verkehrsachse im Frankfurter Süden für einen so langen Zeitraum ersatzlos zu kappen, zeuge von einer mangelhaften Vorabkommunikation.
Die Unterbrechung trifft Pendler und Gewerbetreibende ebenso hart wie die entscheidenden Einsatzrouten von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Erschwerend kommt nach Ansicht der Liberalen hinzu, dass zeitgleich weitere gravierende Verkehrsmaßnahmen wie Sperrungen an der Isenburger Schneise und massive Umleitungen von Bussen sowie der Straßenbahnlinie 18 anstehen. „Hier zeigt sich wieder einmal das übliche Muster schlechter Verkehrsplanung in Frankfurt. Es werden langfristige Sperrungen verkündet, ohne zuvor tragfähige Alternativen für die massiv betroffenen Stadtteile zu entwickeln“, bemängelt Papke. „Wir können den Frankfurter Süden nicht einfach für drei Jahre in ein verkehrstechnisches Niemandsland verwandeln und die Menschen mit den absehbaren Staus und Belastungen in den Wohngebieten alleine lassen.“
Die FDP fordert den Magistrat daher auf, umgehend die Planungsunterlagen offenzulegen und ein belastbares Verkehrskonzept für die gesamte Bauphase vorzulegen. „Die Menschen haben ein absolutes Recht darauf zu erfahren, welche Alternativen der Magistrat überhaupt geprüft hat und ob nicht zumindest temporäre Öffnungen während der Bauzeit realisierbar sind“, fordert der Fraktionsvorsitzende. Die Stadt dürfe sich nicht auf die bequemste Lösung für die Bauausführung zurückziehen, wenn dies zu Lasten der Lebensqualität ganzer Viertel gehe. „Eine Vollsperrung über Jahre hinweg führt ohne funktionierendes Verkehrskonzept zwangsläufig zum Kollaps. Die Stadt muss jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um praktikable Lösungen auf den Tisch zu legen und das drohende Chaos abzuwenden“, lautet das Fazit von Papke.
