Opernplatz: Menschen nicht unter Generalverdacht stellen

Sicherheit und Ordnung21. Juli 2020

Pop-up-Biergärten und Open-Air-Veranstaltungen ermöglichen

In einem Sommer ohne Stadt- und Stadtteilfeste sollte auch die Politik kreativer werden und schnellstmöglich geeignete Konzepte vorlegen, wie sich die Menschen weiterhin draußen begegnen können“, so Stephanie Wüst, wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Römerfraktion, anlässlich der Ankündigungen des Wirtschaftsdezernenten auf der Sicherheitskonferenz vergangenen Montag.

„Dass die Gastronomen und Clubbetreiber kreative Lösungen während der Corona-Einschränkungen finden könnten, ist dabei allen klar. Den Clubbesitzern fehlt derzeit jedoch jegliche Perspektive, solche kreativen Möglichkeiten auch nutzen zu können.“ Endlich bewege sich der Magistrat auf die Clubbesitzer zu. Die FDP im Römer schlägt eine schnelle Freigabe von Plätzen oder Kooperationen zwischen Flughafen- oder Stadionbetreiber und den Clubbetreibern vor – verbunden mit Mieteinnahmen profitierten alle von einem solchen Konzept. „Wir könnten uns gut Open-Air-Festivals vorstellen, die eine begrenzte Zeit lang stattfinden und Sicherheits- und Hygienekonzepten unterliegen. Zusätzlich soll die Stadt prüfen, ob es geeignete Straßenabschnitte gibt, die man für sogenannte Pop-up-Biergärten nutzen kann, wie sie beispielsweise die Stadt Köln ermöglicht. Uns ist wichtig, dass wir nicht kritisieren oder Probleme bemängeln – wir müssen Vorschläge machen und Teil der Lösung sein.“ Frankfurt profitiere von der Kultur- und Clubszene, viele Menschen kämen extra deshalb nach Frankfurt.

Das Betretungsverbot und die Befriedung des Opernplatzes lehnten die Freien Demokraten dagegen ab: „Wir wollen keinen Kulturkampf eröffnen und junge Menschen nicht unter Generalverdacht stellen. Die Menschen, die sich am Wochenende draußen treffen wollen, dürfen nicht auf eine Stufe mit den Randalierern gestellt werden. Das macht der Magistrat aber, wenn er den Opernplatz als Konsequenz der jüngsten Ereignisse um Mitternacht schließt“, erklärte Wüst. „Wir rechnen damit, dass sich die Menschen auf anderen Plätzen treffen werden. Dabei scheint der Opernplatz besonders geeignet, da hier vergleichsweise wenige Anwohner sind. Der Rathenauplatz oder der Willy-Brandt-Platz sind sehr nah. Und wir wollen ihnen diese Möglichkeiten auch nicht nehmen. Das mangelnde Müllmanagement in der Stadt ist beispielsweise seit Jahren ein Problem. Auch die fehlenden Toiletten im Innenstadtbereich waren immer wieder ein Thema. Der Magistrat hat hier in der Vergangenheit keine konkreten Vorschläge gemacht oder umgesetzt. Jetzt ist es an der Zeit!“