Präventionsarbeit in Frankfurter Moscheen droht zu scheitern

Integration14. Juni 2016

„Es ist bedauerlich, dass nach gerade einmal einem Jahr das Projekt „Professionalisierung der Jugendarbeit in Moscheengemeinden“ bereits in der Pilotphase zu scheitern droht. Dabei ist eine verstärkte Präventionsarbeit in Frankfurt dringend erforderlich, damit Aktivisten wie die Gruppe ‚Lies‘ auf der Zeil und ähnliche Sympathisanten des islamischen Staats keine Chance mehr haben, junge Männer für den Jihad zu rekrutieren“, kommentiert Stefan von Wangenheim, integrationspolitischer Sprecher der FDP-Römerfraktion, die jüngsten Ereignisse.

Das Pilotprojekt an den kooperierenden Frankfurter Moscheen wurde vom Bund mit jährlich 130.000 Euro gefördert und zusätzlich mit weiteren 30.000 Euro von der Stadt Frankfurt. Die Moscheen sollen nun, aufgrund mangelnder Zielorientierung in der Projektarbeit, wieder abgesprungen sein. „Dass das Amt für multikulturelle Angelegenheiten wichtige Gelder für Integrationsarbeit derart verpuffen ließ, ist skandalös. Für uns Freie Demokraten stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum die scheidende Integrationsdezernentin Eskandari-Grünberg nicht rechtzeitig entsprechende Maßnahmen getroffen hatte, um das Projekt zielführend umzusetzen“, so von Wangenheim und erklärt weiter: „Wir müssen die Präventionsarbeit gegen Salafismus an unseren Schulen und Jugendeinrichtungen weiter verstärken. Auch in den Moscheen ist es wichtig, dass eine verstärkte Präventionsarbeit geleistet wird. Dass in diesem Zusammenhang das Integrationsdezernat in Zukunft kein eigenständiges Dezernat mehr sein wird, ist beklagenswert – zu groß sind die kommenden Herausforderungen in dieser Stadt. Völlig unverständlich ist, wie das AmkA es mit verantworten konnte, dass Sozialarbeiter in die Moscheen geschickt werden, die noch nicht einmal über hinreichende Deutschkenntnisse verfügt haben sollen.  Dass unter derartigen Bedingungen ein Pilotprojekt wie dieses nicht wirken kann, verwundert uns Freie Demokraten nicht. Offensichtlich wurde im ersten Projektjahr nicht intensiv genug der Dialog mit den teilnehmenden Moscheen in Frankfurt gesucht – sonst hätte vielleicht bereits im Vorfeld ein Kurswechsel stattfinden können. Es liegt nun an der designierten Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber den Dialog mit den Frankfurter Moscheevereinen wiederaufzunehmen und gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, das wirklich konstruktive Präventionsarbeit leistet“.