Schulcontainer ohne Wasser: Symptom eines jahrelangen Investitionsstaus
Die FDP-Fraktion im Römer kritisiert den Zustand zahlreicher Frankfurter Schulcontainer, die bewusst ohne Anschluss an das Trinkwassernetz errichtet wurden.
Der Magistrat verteidigt die Praxis mit Verweis auf Genehmigungsgeschwindigkeit, Baukosten und die Gefahr von Legionellenbildung in wenig genutzten Leitungen. Eine Vereinbarung zwischen Bauamt und Gesundheitsamt regelt seit 2020, dass Wasseranschlüsse in Interimsgebäuden nur dann vorgesehen werden, wenn der Anschluss ans Kanalnetz ohne größeren Aufwand möglich ist. Das mag im Einzelfall als Argument herhalten aber als Dauerzustand ist es nicht hinnehmbar.
„Wenn Container wirklich nur für wenige Monate stehen würden, ließe sich der fehlende Wasseranschluss noch diskutieren. Aber die Realität sieht anders aus: Viele dieser Container stehen seit Jahren und aus der Übergangslösung ist längst eine Dauerlösung geworden. Das ist das eigentliche Problem. Die Stadt versteckt sich hinter dem Begriff ‚Interim‘, während Kinder Tag für Tag in Gebäuden ohne fließendes Wasser lernen.“, so Isabel Schnitzler, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion.
Der Fall steht exemplarisch für den seit Jahren verschleppten Investitionsstau im Frankfurter Schulbau. Immer wieder treten Mängel ans Licht: Marode Turnhallen, kaputte Toiletten, jetzt Container ohne fließendes Wasser. Jedes Mal folgt dieselbe Reaktion: Rechtfertigung statt Lösungsoffensive.
Die Liberalen fordern vom Magistrat einen verbindlichen Zeitplan für die Nachrüstung aller betroffenen Schulstandorte sowie eine belastbare und umsetzungsreife Gesamtstrategie für den Schulbau. Wer Bildung als Priorität begreift, muss das auch in der Infrastruktur sichtbar machen.
