Frankfurt attraktiv für Pflegekräfte und Hebammen machen

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Zur Beseitigung des Pflegenotstandes in Frankfurt legt der Magistrat ein Rekrutierungsprogramm mittels  verbesserter Wohnraumversorgung für Pflegekräfte und Hebammen auf, die,  um in Frankfurt arbeiten zu können, ihren Wohnort wechseln müssen. Ziel ist es, Pflegekräfte und Hebammen über die Bereitstellung von schnell verfügbaren, bezahlbaren Wohnraum einen Wohnortwechsel beispielsweise aus anderen Bundesländern zu ermöglichen und diese darüber anzuwerben.
  2. Dies soll nicht über die zur Verfügung Stellung zusätzlicher Mittel erfolgen, sondern über ein verbessertes Wartelistenmanagement bei der ABG. Für diese Pflegekräfte und Hebammen soll es keine Wartelisten geben. Die ABG Frankfurt Holding soll sie bevorzugt berücksichtigen und ihnen sofort eine entsprechende Wohnung vermitteln.

Begründung:

Bei den Pflegekräften herrscht auch in Frankfurt ein erheblicher Mangel. Laut den aktuellsten Daten des Hessischen Pflegemonitors (2017) waren Ende 2016 in ambulanten Pflegeeinrichtungen 28% der Stellen nicht besetzt, in stationären Pflegeeinrichtungen 30%, in Krankenhäusern 26% und in Rehabilitationskliniken sind es gar 41%. Wobei insbesondere die ambulanten Pflegeeinrichtungen (54%) Probleme haben, Stellen zu besetzen. Die Gehälter reichen kaum, um die hohen Lebenshaltungskosten in Frankfurt zu stemmen.

Frankfurt ist außerdem Spitzenreiter beim Mangel in der Wochenbettbetreuung – knapp die Hälfte aller Eintragungen auf der Internetseite des Deutschen-Hebammen-Verbands www.unsere-hebammen.de über fehlenden Wochenbett-Betreuung stammen aus Frankfurt. Der Landesverband der Hessischen Hebammen spricht davon, dass 50 Prozent der Frauen in Frankfurt keine Hebamme finden, obwohl sie das Recht haben, während ihrer Geburt 1:1 von einer Hebamme betreut zu werden. In ganz Deutschland, vor allem auch in Frankfurt verschlechtern sich die Geburtshilfe und auch die Vor- und Nachsorge zusehends. Und das hat schwerwiegende Folgen für die Kinder. Darauf weist beispielsweise der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin und fordert die Politik auf, den Hebammenmangel schnellstmöglich zu stoppen.

In Frankfurt sind neben den hohen Kosten für eine Berufshaftpflichtversicherung auch die hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mieten ein großes Problem, vor allem für angehende Hebammen.

Insofern sollte die Stadt Frankfurt alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Hebammen und Pflegepersonal die sich von Außerhalb auf dem Frankfurt Arbeitsmarkt bewerben, attraktiv zu machen. Ziel muss sein, den Bedarf an Hebammen und Pflegekräften in Frankfurt zu decken. Die bevorzugte Vermittlung von günstigen Wohnungen durch die ABG ist eine sinnvolle Lösung. Zudem verursacht sie keine Kosten.