Frankfurt attraktiv für Pflegekräfte und Hebammen machen!

GesundheitPlanen und Wohnen16. Januar 2019

Die FDP-Fraktion im Römer fordert in einem aktuellen Antrag, der Magistrat solle zur Beseitigung des Pflegenotstandes in Frankfurt ein Rekrutierungsprogramm für Pflegekräfte und Hebammen aus anderen Bundesländern auflegen. Ziel des Programms solle es sein, Pflegekräften und Hebammen über die Bereitstellung von schnell verfügbarem, bezahlbarem Wohnraum einen Wohnortwechsel zu ermöglichen und diese darüber anzuwerben.

Das dürfe nicht über zur Verfügung Stellung zusätzlicher Mittel erfolgen, sondern müsse über ein verbessertes Wartelistenmanagement bei der ABG erfolgen. „Für diese Pflegekräfte und Hebammen soll es keine Wartelisten geben. Die ABG Frankfurt Holding soll sie bevorzugt berücksichtigen und ihnen sofort eine entsprechende Wohnung vermitteln.“, wünscht sich Tafel-Stein.

In Frankfurt mangelt es an Pflegekräften. Laut den aktuellsten Daten des Hessischen Pflegemonitors (2017) waren Ende 2016 in ambulanten Pflegeeinrichtungen 28% der Stellen nicht besetzt, in stationären Pflegeeinrichtungen 30%, in Krankenhäusern 26% und in Rehabilitationskliniken sind es gar 41%. Wobei insbesondere die ambulanten Pflegeeinrichtungen (54%) Probleme haben, Stellen zu besetzen. „Und die Situation hat sich nicht verbessert.“, warnt die planungs- und baupolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, die hauptberuflich als Klinikmanagerin tätig ist und weiß, wovon sie spricht.

Ähnlich sehe es bei den Hebammen aus.  Frankfurt sei Spitzenreiter beim Mangel in der Wochenbettbetreuung. Die Zahlen des Landesverbands der Hessischen Hebammen bestätigen das. Danach finden 50 Prozent der Frauen in Frankfurt keine Hebamme, obwohl sie das Recht haben, während ihrer Geburt 1:1 von einer Hebamme betreut zu werden.

Einer der Hauptgründe seien die hohen Lebenshaltungskosten in Frankfurt. Insbesondere die Mieten seien ein Problem. Ziel müsse es sein, den Bedarf an Hebammen und Pflegekräften in Frankfurt zu decken. „Die bevorzugte Vermittlung von günstigen Wohnungen durch die ABG ist eine sinnvolle und naheliegende Lösung.“, so Tafel-Stein.