Über 10.000 Euro pro Quadratmeter: FDP kritisiert Millionenumbau für die „Agentur des städtischen Wandels“

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Die Stadt Frankfurt baut ehemalige Ladenflächen in der Braubachstraße 7 zu Büros und Veranstaltungsräumen für die „Agentur des städtischen Wandels“ um. Was ursprünglich 880.000 Euro kosten sollte, schlägt inzwischen mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche. Für gerade einmal 113 Quadratmeter Nutzfläche bedeutet das rund 10.600 Euro pro Quadratmeter. Die Kosten steigen damit um gut 38 Prozent. Auch die jährlichen Folgekosten erhöhen sich um weitere 12.000 Euro.

Für die FDP im Römer ist das ein Beispiel für die falschen Prioritäten der Frankfurter Stadtentwicklung. Während die Innenstadt seit Jahren mit Leerständen, sinkender Aufenthaltsqualität und fehlender Attraktivität kämpft, investiert die Stadt Millionen in eigene Veranstaltungsräume. Die FDP fordert, die Ausgaben und die künftige Nutzung der Flächen grundsätzlich zu überprüfen.

Sebastian Papke, Fraktionsvorsitzender der FDP im Römer, erklärt: „Über 10.000 Euro pro Quadratmeter für eine kleine Büro- und Veranstaltungsfläche: Das ist eine absurde Größenordnung. Kein Mittelständler und keine Familie würde so mit dem eigenen Geld umgehen. Und was bekommt Frankfurt dafür? Eine weitere teure Adresse für die Verwaltung. Einen sichtbaren Mehrwert für die Innenstadt können wir bislang nicht erkennen.

Nach mehr als zehn Jahren SPD-geführter Stadtplanung muss man doch einmal fragen: Wo ist eigentlich der Wandel? Die Innenstadt braucht mehr attraktive Geschäfte, gute Gastronomie, sichere und saubere Straßen und Orte, an denen Menschen gerne Zeit verbringen. Stattdessen entstehen für Millionen neue Räume für eine Agentur, deren Nutzen für die Menschen in Frankfurt erst noch nachgewiesen werden muss.“

Die Stadt begründet den zusätzlichen Finanzbedarf mit gestiegenen Baupreisen, zu teuren Handwerkerangeboten und unerwarteten Gebäudeschäden. Knapp 190.000 Euro entfallen darüber hinaus auf zusätzliche Wünsche der Stadt, darunter eine bessere Einbruchsicherung und die Umgestaltung von Kellerräumen. Rund 263.000 Euro wurden bereits ausgegeben.

Besonders kritisch bewertet die FDP, dass der Magistrat mit Verweis auf dringend notwendige Außenarbeiten im Umfang von lediglich 25.000 Euro auf eine schnelle Freigabe des gesamten Nachschlags von 337.000 Euro drängt.

Papke weiter: „Wer wegen 25.000 Euro Außenarbeiten eine schnelle Entscheidung über weitere 337.000 Euro verlangt, darf sich nicht wundern, wenn die Menschen an der Prioritätensetzung dieser Stadt zweifeln. Dringlichkeit darf nicht zum Argument werden, um eine kritische Prüfung zu umgehen.

Die Braubachstraße liegt mitten in der Innenstadt. Diese Flächen sollten dem Gewerbe zur Verfügung stehen. Ein Händler oder Gastronom bringt Leben in die Straße, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Attraktivität unserer Innenstadt bei. Die Stadt dagegen schafft sich mit diesen Räumen dauerhafte Kosten.

Frankfurt braucht keinen Wandel, der vor allem in den eigenen Verwaltungsräumen stattfindet. Wir brauchen eine Innenstadt, die wieder funktioniert und Menschen anzieht. Dafür muss die Stadt ihre Prioritäten endlich neu setzen.“

Die FDP fordert den Magistrat auf, vor der Freigabe weiterer Mittel die Gesamtkosten, den tatsächlichen Nutzen und alternative Nutzungsmöglichkeiten der Flächen transparent darzustellen. Die weitere Finanzierung dürfe nicht allein mit bereits begonnenen Arbeiten begründet werden.