Brücken brauchen Vorausschau statt Notbehelfe

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Wer eine Brücke rund um die Uhr überwachen muss, hat beim Erhalt seiner Infrastruktur zu lange gewartet. Dass die Stadt an der Brücke Am Weißen Stein nun auf Dauerkontrolle setzt, zeigt den Ernst der Lage. Sensoren sichern den Betrieb ab, sie lösen das Problem aber nicht. Die FDP-Römerfraktion fordert deshalb einen Kurswechsel hin zu Offenheit und Vorausschau.

Nathaniel Ritter, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion: „Die statischen Defizite sind seit 2023 bekannt, eine dauerhafte Lösung liegt Jahre entfernt. Schon damals musste an der Maybachbrücke eine neu markierte Radspur nach zwei Monaten wieder weichen, weil die bekannte Statik übersehen wurde. Das war keine Frage fehlender Voraussicht, sondern Schlamperei. Wer sein Wissen über den Zustand der Bauwerke nicht verbindlich nutzt, stolpert von Notmaßnahme zu Notmaßnahme.“

Die Sensoren werden vom 16. bis 19. Oktober während einer Sperrpause der Bahn montiert, weil an der Brücke die Gefahr von Spannungsrisskorrosion besteht. Schon jetzt gelten Einschränkungen: Schwerlastverkehr darf die linke Spur nicht mehr nutzen, und U-Bahnen müssen die Brücke nacheinander statt gleichzeitig passieren. Bis ein Ersatzbau steht, vergehen vermutlich ein Jahrzehnt, denn der Magistrat rechnet allein für Planung und Genehmigung mit rund fünf Jahren. Bei der Maybachbrücke über die Nidda sind die Untersuchungen sogar noch gar nicht abgeschlossen.

„Wir fordern ein öffentlich einsehbares Zustandsmonitoring für Brücken und Straßen, abgestimmt mit Land und Bund“, so Ritter. „Wer den Zustand seiner Infrastruktur offenlegt, kann kurzfristige Maßnahmen erklären und die Bürger bei Baustellen mitnehmen, statt sie zu überraschen.“